J1 - Gut zu wissen

Für Eltern

Jugendliche wollen zunehmend selbst Entscheidungen treffen. Gleichzeitig brauchen sie Halt und Orientierung. Wo ein „Du musst!“ wenig ausrichtet, können Eltern oft durch ihr Vorbild und gute Argumente überzeugen. Das gilt auch für die Gesundheitsvorsorge.
Überzeugen Sie Ihre Kinder, diese Chance zu nutzen!
In der Pubertät, in der sich Körper und Gefühle manchmal verwirrend schnell verändern, bietet die J1 wichtige Antworten auf Fragen der Jugendlichen.

Von U zu J

Die kostenlose J1 knüpft in einem Alter, in dem Jugendliche bedeutende Entwicklungssprünge machen,
an das medizinische Vorsorgeangebot der frühen Kindheit (U1 – U9) an. Es besteht freie Arztwahl.   

 

 

     

Ein Check-up für Körper und Seele mit...

Untersuchung

  • Bestimmung von Größe, Gewicht und Entwicklungsstatus
  • Kontrolle von Wirbelsäule und Muskulatur, Haut und inneren Organen, zum Beispiel durch Abhören und Abtasten
  • Messen von Blutdruck und Puls
  • Bei Bedarf oder auf Wunsch werden auch Hör- und Sehtests sowie Blut- und Urinuntersuchungen vorgenommen. 

Beratung

  • Information über gesundheitliche Risiken. Bei Auffälligkeiten wie Über- oder Untergewicht, Fehlhaltungen oder seelischen Problemen wie Einsamkeit und Rückzug helfen ärztliche Tipps und/oder Behandlung, rechtzeitig gegenzusteuern.
  • „Wie werde ich meine Pickel los?“ oder zum Beispiel auch: „Wie verhüte ich beim ‚ersten Mal’?“: Die Jugendlichen entscheiden selbst, welche Fragen und Probleme sie mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin besprechen wollen.

Impfschutz-Kontrolle

  • Impfungen bieten Schutz vor vielen Infektionskrankheiten. Gibt es hier – zum Beispiel bei nötigen Auffrischungsimpfungen gegen Keuchhusten, Masern, Mumps und Röteln – Lücken?
  • Das Übertragungsrisiko von Erregern der Krankheiten Hepatitis B und Gebärmutterhalskrebs (Humane Papillomviren/HPV) erhöht sich mit den ersten Sexualkontakten. Sind die Jugendlichen über mögliche Schutzimpfungen informiert?

Der Arzt überprüft den Impfausweis. Nach Rücksprache mit den Eltern können fehlende Impfungen erfolgen.

Warum ist Vorsorge gerade jetzt so wichtig?

  • Mögliche gesundheitliche Probleme und/ oder Fehlentwicklungen können erkannt und behandelt werden, bevor sie sich – manchmal erst im Erwachsenalter – schmerzhaft bemerkbar machen. Zum Beispiel Erkrankungen des Bewegungsapparates durch falsche Körperhaltung und/ oder Bewegungsmangel.   
  • Die Pubertät ist für Teenager eine Zeit der aufregenden körperlichen und seelischen Veränderungen. Ein Gespräch mit dem Arzt oder der Ärztin beseitigt unangebrachte Zweifel über den „normalen Verlauf“ der Entwicklung. Das stärkt das Selbstbewusstsein.
  • Aufklärung über gesundheitliche Risiken wie einseitige Ernährung, fehlende Bewegung, Konsum von Alkohol, Zigaretten und illegalen Drogen wird eher angenommen, wenn sie von Experten in Gesundheitsfragen kommt. Für die Eltern bietet die J1 somit eine wichtige Unterstützung.  

 

Wie unterstütze ich mein Kind?

Informieren Sie Ihre Tochter/ Ihren Sohn über die J1 und ihre Bedeutung für das eigene nachhaltige Wohlbefinden. Beantworten Sie offen die Fragen Ihres Kindes. Denn: Wissen baut Hemmschwellen und Widerstände ab.

Helfen Sie Ihrem Kind, einen Arzt oder eine Ärztin seines Vertrauens zu finden. 

Die Jugendlichen können wählen, ob sie alleine, mit den Eltern oder Freunden zur J1 gehen wollen. Respektieren Sie die Entscheidung Ihres Kindes: Das stärkt die Motivation, Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen. Manche Fragen besprechen Jugendliche lieber mit dem neutralen Arzt als mit den Eltern oder mit Freunden. Das Gespräch ist vertraulich. Der Arzt unterliegt der Schweigepflicht. Als Eltern können Sie dem Arzt trotzdem in einem Vor- oder Nachgespräch Fragen zur Entwicklung Ihres Kindes stellen. Auch wenn nach der Untersuchung eine Behandlung erforderlich ist, ist Ihre vorherige Zustimmung erforderlich.

 







Ideale Idole?

Großplakate und Anzeigen, Film und Fernsehen zeigen sie immer wieder: scheinbar perfekte Menschen ohne Makel und Fehler. Schnell werden für Jugendliche solche Idole zum Ideal. Dabei wird vergessen: Der idealisierte Star hat vielleicht nur deshalb nie Pickel, weil sie für das Hochglanzmagazin wegretuschiert wurden.

Auch der Vergleich mit Gleichaltrigen kann verunsichern. So breite Schultern wie sein Klassenkamerad möchte Ihr Junior auch gern haben; sie sind bei ihm aber nicht in Sicht.
Ein Gespräch mit dem Arzt oder der Ärztin beseitigt Zweifel über den „normalen Verlauf“ der Entwicklung und rückt manches in Schieflage geratene Selbstbild wieder gerade. Das stärkt das Selbstbewusstsein.